Schmerzen des Bewegungsapparates

 

Figur

Modell zur Erläuterung des Bewegungsapparates

Schmerzen des Bewegungsapparates und insbesondere Rückenschmerzen entziehen sich oft der schulmedizinischen Diagnostik, da sie auf Fehlfunktionen und –belastungen beruhen, die sich der bildgebenden Diagnostik mit Röntgen, Ultraschall oder MRT und dem Nachweis im Labor entziehen.

Diesbezüglich haben die amerikanischen Kollegen Dres. Travell / Simons schon vor mehr als 40 Jahren sehr umfangreiche Forschungen betrieben und herausgefunden, dass es bei Über- oder Fehlbelastungen der Muskulatur zur Bildung sogenannter muskulärer Triggerpunkte kommt, die bei Aktivierung zur Entwicklung ausgeprägter Schmerzbilder führen. Das Typische ist, dass die Schmerzen oft nicht am Triggerpunkt selbst auftreten, sondern teilweise in weit entfernten Körperbereichen. Da die Schulmedizin Beschwerden meistens an der Lokalisation behandelt an der sie angegeben werden, führt dies häufig zur „Therapieresistenz“.

Eine andere Quelle von Beschwerden können die Körperfaszien sein. Zu meinem großen Erstaunen wird der Muskulatur und den Faszien in der schulmedizinischen Literatur kaum eine krankmachende Bedeutung beigemessen, obwohl die Muskulatur einen Großteil der Körpermasse ausmacht und die Faszien dem Körper seine Form und elastische Stabilität verleihen und die Leitstrukturen für Gefäße und Nerven sind.

Es wird mit den schulmedizinisch üblichen Methoden nach krankhaften Befunden gesucht. Dies führt häufig dazu, dass anatomischen Formvarianten oder harmlosen degenerativen Veränderungen krankmachende Bedeutung zugemessen wird. Auf dieser Basis erfolgen dann manchmal Therapien bis hin zu Operationen die nicht wirken können, da sie nicht die eigentliche Ursache berücksichtigen. Typisches Beispiel hierfür sind Bandscheibenvorfälle. Nicht jeder Vorfall verursacht Schmerzen und viele Menschen haben symptomfreie Bandscheibenvorfälle. Bandscheibenvorfälle sind in weniger als 10 % aller Fälle die Ursache von Rückenschmerzen. Dennoch wird im MRT nachgewiesenen Bandscheibenschädigungen gern krankmachende Bedeutung beigemessen und leider führt dies nicht selten zu Interventionen und Operationen, die erfolglos bleiben müssen, wenn der operierte Vorfall nicht die Ursache der Beschwerden ist.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.mgms-ev.de

Ich schließe die Suche nach Triggerpunkten und Faszienstörungen in die Diagnostik mit ein. Dadurch ergeben sich zusätzliche therapeutische Ansätze, insbesondere für alternative Therapiemethoden, die in der Regel nur geringe Nebenwirkungen haben. Hierzu zählen die verschiedenen Arten der Akupunktur, die manuelle Medizin, die Laserbehandlung, die extrakorporale fokussierte Stoßwellentherapie, das Kinesiotaping und Crosstaping und die FDM-Behandlung.